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Interview: "Ich will mehr wissen"

17.08.2010

Wer sich in den Schulferien freiwillig und gern mit Mathematik und Informatik beschäftigt, dem müssen diese Fächer schon besondere Begeisterung entlocken: Der Offenbacher Schüler Umer-Hayat Adil, Teilnehmer des START-Stipendienprogramms, erzählt im Interview, warum ihn die Themen faszinieren und wie er von der Unterstützung durch die START-Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung profitiert.


Umer, Sie haben gerade ein 14-tägiges Sommerpraktikum am Fraunhofer-Institut in Birlinghoven bei Bonn absolviert. Hat’s Spaß gemacht und was haben Sie gelernt?

Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin der Telekom-Stiftung dankbar, dass sie dieses Praktikum vermittelt hat – wie übrigens auch mein Schülerpraktikum, das ich im Frühjahr gemacht habe. Wir haben uns bei Fraunhofer im Prinzip mit wissenschaftlichem Rechnen,mathematischen Simulationen, verschiedenen Rechenverfahren und deren Programmierung beschäftigt. Ich habe unglaublich viel gelernt. Es wurden Themen angesprochen, die normalerweise erst im Rahmen eines Mathestudiums vermittelt werden. Aber das war für mich kein Problem – im Gegenteil: Ich hatte Spaß daran, mehr zu lernen.

 

Sie sind jetzt in der 12. Klasse und haben Mathematik- und Physik-Leistungskurse. Heißt das, dieses Praktikum war für Sie schon eine Art Berufsorientierung?

Prinzipiell ja. Ich weiß schon länger, dass ich Mathe studieren will. Das Praktikum hat mich in dieser Entscheidung total bestärkt. Ich will jetzt unbedingt mehr wissen, selbst forschen und verstehen, warum bestimmte Verfahren so und nicht anders funktionieren. Ich will mich auch für ein Mathe-Frühstudium an der Goethe-Uni in Frankfurt bewerben. Falls das klappt, kann ich schon während der Schulzeit Vorlesungen und Übungen belegen.

 

Neben Schule und Frühstudium bietet Ihnen auch das Programm der START-Stiftung jede Menge Bildungsangebote. Ist das alles nicht zuviel?

Überhaupt nicht. Schule und Studium kann ich sicherlich gut schaffen. Ich habe mir schon vorgenommen, meine Freizeit besser zu organisieren, damit es klappt. Und die Seminare der START-Stiftung bereichern mein Leben so sehr, dass ich auf sie keineswegs verzichten will. Abgesehen davon sind zwei pro Jahr ja auch Pflicht für uns Stipendiaten.

 

Können Sie Beispiele für diese Seminare nennen?

Ich habe bisher zum Beispiel Veranstaltungen zur Berufsorientierung und zu Rhetorik belegt. Es gibt aber auch Angebote für die richtige Bewerbung oder zur Medienkompetenz. Darüber hinaus werden Wochenendveranstaltungen oder Ferienakademien angeboten. Ich hatte ein De-Eskalationstraining, das mir sehr gut gefallen hat. Am meisten begeistern mich aber die Menschen, die ich durch START und die Telekom-Stiftung kennen lerne. Die sind alle so unglaublich engagiert, das gefällt mir.

 

Sie kommen aus einer Zuwandererfamilie, Ihre Eltern sind pakistanischer Abstammung. Wie sehen Sie das Thema Integration in Deutschland? Fühlen Sie sich gut integriert?

Ich finde, jeder kann und muss selbst entscheiden, ob er sich integriert. Ich fühle mich sehr gut integriert und kenne viele Beispiele, wo es genauso ist. In meiner Familie sind wir uns darüber im Klaren, dass wir pakistanische Wurzeln und Werte haben, die wir auch bewahren wollen. Aber wir leben jetzt in Deutschland und wollen hier alle Chancen nutzen. Gerade was Bildung angeht, gibt es hier viele gute Möglichkeiten. Einen Teil davon durfte ich über die beiden Stiftungen ja schon kennen lernen.

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